Lesetipps
Gedichte lesen: So findest du einen Anfang
Für den Anfang reicht ein Gedicht, dem du zuhören möchtest. Lies es ohne die Aufgabe, eine einzige richtige Bedeutung finden zu müssen.
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Wähle ein Gedicht
Öffne eine Auswahl oder einen Gedichtband und nimm einen Text, dessen erste Zeile, Thema oder Klang dich anspricht. Du musst weder den ganzen Band lesen noch vorher Literaturgeschichte lernen.
Wenn alte Wörter den Zugang erschweren, probiere einen zeitgenössischen Text. Zum schwierigeren kannst du später zurückkehren; du wählst einen Einstieg.
Lies bis zum Ende, dann laut
Lies beim ersten Mal einfach den ganzen Text. Beim zweiten Mal kannst du laut oder leise vor dich hin lesen: Wo möchtest du pausieren, welches Wort wiederholt sich, wo ändert sich das Tempo?
Versuche, den ganzen Satz zu hören, auch wenn er über mehrere Zeilen geht. Zeilenumbruch und Satzzeichen bieten unterschiedliche Anlässe für Pausen. Probiere zwei Lesarten und vergleiche ihren Klang.
Benenne, was du schon bemerkt hast
Beginne konkret: Wer spricht, an wen, welches Bild taucht auf, was ändert sich vom Anfang zum Ende? Die sprechende Stimme muss nicht die des Dichters sein.
Du musst nicht sofort das Versmaß bestimmen oder in jedem Gegenstand ein Symbol sehen. Beschreibe eine Veränderung mit eigenen Worten: Aus Erwartung wird Ablehnung, aus Lärm Stille.
Nimm dir eine unklare Stelle vor
Schlage ein Wort nach oder lies einen kurzen Kommentar. Kehre dann zum Gedicht zurück und prüfe, ob genau diese Stelle verständlicher geworden ist.
Weicht eine Deutung von deinem Eindruck ab, schau, auf welche Zeilen sie sich stützt. Du kannst eine Frage offenlassen und einen anderen Text wählen. Auch bei schwieriger Lektüre hilft ein kleiner Abschnitt als Anfang.
Hinterlasse eine kurze Notiz
Diese Lesernotiz ist für die Anleitung erfunden und enthält kein Zitat aus einem echten Gedicht:
Der Anfang klingt für mich ruhig, aber ein wiederholtes Wort macht das Ende unruhig. Ich möchte noch einmal laut lesen und darauf achten, wo die Stimme sich verändert.
Übernimmst du Worte aus dem Gedicht, schreibe sie genau ab, erhalte die Zeilenumbrüche und notiere Gedicht, Band und Seite deiner Ausgabe. Deine Erklärung bleibt getrennt. Mehr dazu bei den Notizen beim Lesen.
Kehre zu deinem Gedicht zurück
Lies beim nächsten Mal ein Gedicht erneut und probiere ein weiteres aus dem Band. Welches möchtest du noch einmal lesen? Den Band musst du dafür nicht der Reihe nach beenden.
In Pagetime kannst du Zitate und eigene Gedanken beim Gedichtband speichern; den Gedichttitel schreibst du in den Notiztext. Kostenlos enthalten sind bis zu 5 Bücher und insgesamt 20 Seitenfotos mit Texterkennung. Notizen und Timer funktionieren offline ohne Konto; ein Abo hebt die Grenzen für Bücher und Fotos auf. Pagetime erscheint für iPhone und Android; unten kannst du deine E-Mail-Adresse für die Nachricht zum Start hinterlassen. Ein Gedicht und ein paar eigene Worte reichen für den Anfang.
Dies ist ein unabhängiger Ratgeber von Pagetime. Er wurde von Apple Inc. und Google LLC weder autorisiert noch gesponsert oder genehmigt.

